Alles Geld der Welt

Die Mafia schlägt in Rom zu: Im Sommer 1973 entführt sie John Paul Getty III (Charlie Plummer), den 16-jährigen Enkel eines der reichsten Männer der Welt: John P. Getty (Christopher Plummer, der Kevin Spacey ersetzt), ein knallharter Öl-Magnat, soll sage und schreibe 17 Millionen Dollar Lösegeld bezahlen. Doch der weigert sich mit einer für ihn typischen Aussage: "Ich habe 13 Enkel. Wenn ich zahle, habe ich 13 entführte Enkel." Und so muss die Mutter des Entführungsopfers (Michelle Williams) selbst zusehen, wie sie ihren Sohn wieder freibekommt. Hilfe erhält sie zumindest von Fletcher Chace (Mark Wahlberg), dem erfahrenen Sicherheitschef des Getty-Imperiums. Doch als die Entführer um Cinquanta (Romain Duris) ankündigen, den Sohn nur "stückweise" freizulassen und ihre Drohung mit einem abgeschnittenen Ohr untermauern, das sie den Gettys per Post schicken, ist klar, dass die Zeit gegen die verzweifelte Mutter spielt ?

1973: 16-year-old Paul Getty III (Charlie Plummer) is kidnapped off the streets of Rome. The kidnappers demand 17 million dollars in ransom. But the boyâ??s grandfather J. Paul Getty (Christopher Plummer), the richest man in the world, refuses to pay â?? even when the kidnappers cut off one of young Paulâ??s ears and send it to the press, threatening to release him â??bit by bitâ?. Paulâ??s mother Gail (Michelle Williams) keeps pleading with the stingy billionaire, who sends former CIA agent Fletcher Chase (Mark Wahlberg) to deal with the situation.

Packender Thriller von Ridley Scott über die Entführung von Paul Getty III im Jahr 1973 und die Weigerung seines steinreichen Großvaters, das geforderte Lösegeld zu bezahlen. Reichtum und Macht und Gier und die Flüchtigkeit von allem, das interessiert den nunmehr 80-jährigen Ridley Scott im fünften Jahrzehnt seines Schaffens als Filmemacher, diese Themen stehen im Zentrum seines beeindruckenden Alterswerks, dem er weiterhin mit unveränderter Geschwindigkeit pro Jahr ein oder zwei neue Titel hinzufügt. So steht John Paul Getty, Anfang der Siebzigerjahre nicht einfach nur der reichste Mann der Welt, sondern der reichste Mann, der jemals gelebt hat, wie uns die Titelkarten informieren, in einer Ahnenreihe mit dem Pharao in "Exodus" und dem Magnaten Weyland in "Alien: Covenant" (oder auch dem von Jared Leto gespielten Niander Wallace in "Blade Runner 2049") - gebieterische Männer, denen ihr Lebenswerk durch die Finger rinnt. Und obwohl er in der Geschichte, die sich entfaltet, streng genommen nur eine Nebenfigur ist, steht Getty doch im Zentrum des Films: Er ist Dreh- und Angelpunkt, Fixpunkt und Sonne für alle anderen agierenden Charaktere, nachdem sein Enkel Paul 1973 in Rom von Terroristen entführt und über Monate gefangen gehalten wird. Natürlich sieht man ganz besonders hin bei Christopher Plummer, weil man weiß, dass der 87-Jährige nur sechs Wochen vor dem amerikanischen Kinostart am 25. Dezember 2017 den eigentlichen Getty-Darsteller Kevin Spacey ersetzte, der aufgrund seines Skandals um sexuelle Belästigung Minderjähriger aus dem bereits fertig gestellten Film geschnitten wurde. Natürlich will man erst einmal sehen, ob es Sollbruchstellen gibt und wie gut sich Plummer in das bereits vorhandene Material fügt. Da muss man sich bei einem Profi wie Scott keine Sorgen machen: Tatsächlich ist Plummer das Highlight in diesem insgesamt gelungenen und packenden Thriller, der sich bei den Getty-Szenen die Freiheit nimmt, einen auf "Citizen Kane" zu machen. Ansonsten funktioniert er immer wie ein edles Schweizer Uhrwerk, wenn Michelle Williams als Paul Gettys Mutter und Mark Wahlberg als mit allen Spionagewassern gewaschener Sicherheitschef des Getty-Imperiums um das Leben des jungen Mannes kämpfen, dessen Lösegeld der Patriarch keinesfalls zahlen will. "Ich habe 13 Enkel. Wenn ich zahle, habe ich 13 entführte Enkel", sagt er ebenso pragmatisch wie er in Hotelzimmern seine eigene Unterwäsche wäscht, weil er das Geld für die Reinigung nicht verschwenden will. Mit den Fakten nimmt es "Alles Geld der Welt" nicht so genau: Der echte Paul Getty verbrachte die meiste Zeit seines Martyriums in einer Holzkiste und wurde von seinen Häschern später einfach auf der Autobahn frei gelassen. Im Film knüpft der Junge Bande mit einem der Entführer, gespielt von Romain Duris, der sich - Scott ist sich dieser Ironie wohl bewusst - als einziger Mensch in diesem Haifischbecken erweist, in dem jeder etwas kaufen will oder zu verkaufen hat, und seine Freilassung wird als opernhafter Showdown zelebriert, in dem es noch einmal um Leben und Tod geht. Das sind Zugeständnisse ans Publikum, das einen Thriller sehen will - wo es doch im Film immer nur darum geht, wie hoch der Preis ist: Auf Märkten werden Lebensmittel vertickt, vor seiner Entführung sieht sich Paul Getty bei Prostituierten auf dem Straßenstrich Roms um, die ihren Körper feilbieten. Und auch der Junge ist schließlich nur ein Produkt, um das gefeilscht wird und das verschachert werden soll. Insofern passt die Entscheidung, Kevin Spacey durch Christopher Plummer zu ersetzen, zum Thema des Films: Es war kein künstlerischer Schritt, sondern eine kommerzielle Entscheidung, um das Produkt besser verkaufen zu können. Jean Paul Getty hätte Verständnis dafür. ts.

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Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
375 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,8 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
335 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,6 x 6,5m Dolby Digital 5.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
236 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,5 x 6,2m Dolby Digital 5.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 10,6 x 5,7m Dolby Digital 5.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
141 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,2 x 4,7m Dolby Digital 5.1

(m)K6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
833 (+ 6 Plätze für Rollstuhlfahrer) 20,6 x 8,6m Dolby Digital Atmos

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
220 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 13,0 x 5,5m Dolby Digital 5.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
241 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 13,2 x 5,5m Dolby Digital 5.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
443 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,3 x 6,15m Dolby Digital 7.1

Kino 10

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
372 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,8 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 11

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
334 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,6 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 12

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
230 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,9 x 5,0m Dolby Digital 5.1

Kino 13

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,5 x 4,8m Dolby Digital 5.1

Kino 14

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
142 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,1 x 4,7m Dolby Digital 5.1