Moonlight

Chiron wächst im Armenviertel in Miami auf. Als Junge findet er Zuneigung eher beim örtlichen Drogenboss und dessen Frau als zuhause bei seiner Crack-süchtigen Mutter. In der Pubertät erlebt er mit seinem Jugendfreund Kevin eine ungekannte körperliche Intimität. Jahre später ist Chiron ins kriminelle Milieu abgerutscht. Seine mühsam antrainierten Muskeln trägt er wie einen Panzer vor sich her, unter dem er nicht nur seine Homosexualität sondern auch sämtliche Gefühle versteckt. Bis sich eines Tages Kevin wieder bei ihm meldet.

Chiron wächst im Armenviertel in Miami auf. Als Junge findet er Zuneigung eher beim örtlichen Drogenboss und dessen Frau als zuhause bei seiner Crack-süchtigen Mutter. In der Pubertät erlebt er mit seinem Jugendfreund Kevin eine ungekannte körperliche Intimität. Jahre später ist Chiron ins kriminelle Milieu abgerutscht. Seine mühsam antrainierten Muskeln trägt er wie einen Panzer vor sich her, unter dem er nicht nur seine Homosexualität sondern auch sämtliche Gefühle versteckt. Bis sich eines Tages Kevin wieder bei ihm meldet.

Herausragender US-Indie, der in Form einer eindringlichen Charakterstudie den Werdegang eines schwarzen und schwulen Jugendlichen thematisiert. Dass es selbst im amerikanischen Kinoherbst, der gemeinhin geprägt ist von sorgfältig kalkulierten Oscar-Kampagnen und massiven Weihnachtsblockbustern, noch Raum gibt für kleine Überraschungen, beweist in diesem Jahr kein Film eindrücklicher als "Moonlight". Bis zu seinen Festivalpremieren in Telluride und Toronto hatte kaum jemand den zweiten Langfilm von Barry Jenkins (nach "Medicine For Melancholy" aus dem Jahre 2008) auf dem Schirm. Doch mit einem Mal sorgt sein für gerade einmal fünf Mio. Dollar entstandenes Drama, das auch bei den europäischen Festivals in London und Rom an den Start ging, für eine Begeisterung, die nicht nur im Kinojahr 2016 eher die Ausnahme ist. "Moonlight" erzählt die Geschichte seines Protagonisten Chiron unterteilt in drei Kapitel. Als kleiner Junge (gespielt von Alex Hibbert) findet er Zuneigung eher beim örtlichen Drogenboss (Mahershala Ali aus "House of Cards") und dessen Frau (Janelle Monáe) als zuhause bei seiner Crack-süchtigen Mutter (Naomie Harris, "Spectre"), die ihn schon mal als "Schwuchtel" beschimpft. In der Pubertät (nun verkörpert von Ashton Sanders) wird er noch immer von seinen Mitschülern drangsaliert, erlebt allerdings auch mit seinem Jugendfreund Kevin eine körperliche Intimität, die in seinem Leben sonst fehlt. Jahre später jedoch ist Chiron (Trevante Rhodes) noch immer nicht bei sich angekommen, sondern selbst auf kriminellen Abwegen unterwegs. Seine mühsam antrainierten Muskeln trägt er wie einen Panzer vor sich her, unter dem er nicht nur seine Homosexualität, sondern überhaupt sämtliche Gefühle versteckt. Bis sich eines Tages aus heiterem Himmel Kevin (André Holland) wieder bei ihm meldet. Viel Plot ist es nicht, den Jenkins - ausgehend von Tarell Alvin McCarthys autobiografisch geprägtem Theaterstück "In Moonlight Black Boys Look Blue" und unterstützt von Dede Gardner und Brad Pitt als Produzenten - in seinem Film auffährt. "Moonlight" ist viel mehr eine hochkonzentrierte Charakterstudie und als solche eine kleine, bescheidene und angenehm unaufgeregte. Umso größer allerdings ist die emotionale Wucht, die Jenkins aus der Konzentration auf seinen Protagonisten und dessen unmittelbares Umfeld im Armenviertel von Miami entwickelt. Fernab von Coming-of-Age-Klischees oder der Dramaturgie herkömmlicher Coming-Out-Geschichten zeigt "Moonlight" die Schmerzen des Erwachsenwerdens und das mühsame Finden einer männlichen, schwarzen und schwulen Identität. Dass es Jenkins bei aller schweren Melancholie seiner Geschichte gelingt, seinen Film von einer erstaunlichen Leichtigkeit und Frische durchwehen zu lassen, zeichnet "Moonlight" ebenso als Meisterwerk aus wie die unvergleichliche Zärtlichkeit und Wahrhaftigkeit, mit der er erzählt. Sein exzellentes Ensemble (in dem sich nicht zuletzt Harris als Oscar-Anwärterin empfiehlt) tut ein Übriges, genau wie die wunderbaren Bilder von Kameramann James Laxton ("Camp X-Ray"). Was nun - nach einem sensationellen Besucherschnitt am US-Startwochenende - noch fehlt, ist ein deutscher Verleih, der zu schätzen weiß, dass "Moonlight" auch fürs hiesige Publikum weder zu schwarz noch zu schwul, sondern ein Ausnahmefilm ist, wie es ihn in dieser Form viel zu selten auf der Leinwand zu sehen gibt. Patrick Heidmann.

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Bewertung:

Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
375 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,8 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
335 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,6 x 6,5m Dolby Digital 5.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
236 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,5 x 6,2m Dolby Digital 5.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 10,6 x 5,7m Dolby Digital 5.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
141 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,2 x 4,7m Dolby Digital 5.1

(m)K6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
833 (+ 6 Plätze für Rollstuhlfahrer) 20,6 x 8,6m Dolby Digital Atmos

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
220 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 13,0 x 5,5m Dolby Digital 5.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
241 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 13,2 x 5,5m Dolby Digital 5.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
443 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,3 x 6,15m Dolby Digital 7.1

Kino 10

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
372 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,8 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 11

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
334 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,6 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 12

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
230 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,9 x 5,0m Dolby Digital 5.1

Kino 13

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,5 x 4,8m Dolby Digital 5.1

Kino 14

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
142 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,1 x 4,7m Dolby Digital 5.1