Vor der Morgenröte - Stefan Zweig in Amerika

Der international gefeierte jüdische Schriftsteller Stefan Zweig verlässt seine Heimat Österreich als die Nationalsozialisten die Publikation seiner Werke in Deutschland verbieten. Auf seinen Reisen durch Brasilien, Argentinien und nach New York begegnet man ihm mit Verehrung, so dass er sich schließlich im brasilianischen Petrópolis niederlässt. Dort schreibt er die berühmte "Schachnovelle" schreibt. Doch die Zerstörung seiner geistigen Heimat Europa treibt ihn um, so dass er sich im Februar 1942 das Leben nimmt. Der international gefeierte jüdische Schriftsteller Stefan Zweig verlässt seine Heimat Österreich, als die Nationalsozialisten die Publikation seiner Werke in Deutschland verbieten. Auf seinen Reisen durch Brasilien, Argentinien und nach New York begegnet man ihm mit Verehrung, so dass er sich schließlich im brasilianischen Petrópolis niederlässt. Dort schreibt er die berühmte "Schachnovelle". Doch die Zerstörung seiner geistigen Heimat Europa treibt ihn um, so dass er sich im Februar 1942 das Leben nimmt. Nach dem Verbot seiner Publikationen kehrt der Schriftsteller Stefan Zweig seiner Heimat Österreich den Rücken. Ruhig gefilmtes, präzise beobachtetes Drama. In Maria Schraders Biopic zeigt Josef Hader eine neue Facette seines Könnens.

In Maria Schraders zweiter Regiearbeit glänzt Josef Hader in der Rolle von Stefan Zweig während seiner Zeit im Exil. Schauspieler, die ins Regiefach wechseln, werden gerne belächelt. Kann man wirklich ein Regiestudium durch Dreherfahrung, aufmerksames Zuschauen und Lernen wettmachen? Maria Schrader gab auf diese Frage mit "Liebesleben" eine klare Antwort. Ihr Regiedebüt verfügte über emotionale Wucht und eindrucksvolle Kinobilder. Schraders zweiter Spielfilm ist, bedingt durch das Sujet, deutlich ruhiger als ihr Debüt, aber ebenso präzise inszeniert. Schrader und ihr Koautor Jan Schomburg porträtieren in "Vor der Morgenröte" den Schriftsteller Stefan Zweig. Der Film ist kein konventionelles Biopic, stattdessen beleuchtet er schlaglichthaft Zweigs letzte Lebensjahre im Exil. Der Österreicher war damals neben Thomas Mann der meistgelesene Schriftsteller aus dem deutschsprachigen Raum, konnte als Jude im nationalsozialistischen Deutschland aber nicht mehr publizieren. 1934 emigrierte Zweig, der ein erklärter Pazifist war, nach London und reiste von dort in die Neue Welt. In Rio de Janeiro, Buenos Aires, Bahia und New York begegnete man ihm mit großer Verehrung. 1941 ließ er sich mit seiner zweiten Frau im brasilianischen Petrópolis nieder, einem friedlichen Ort in den Tropen, wo er u.a. seine berühmte "Schachnovelle" verfasste. Der Film stellt eindringlich Zweigs innere Zerrissenheit dar: einerseits konnte er sich glücklich schätzen, dem NS-Terror entkommen zu sein und ein angenehmes Leben im Exil zu führen. Doch die Nazi-Gräuel, der Krieg und die Zerstörung seiner geistigen Heimat Europa sowie die eigene Ohnmacht gegenüber den Ereignissen ließen den Autor nicht los, so dass er sich im Februar 1942 das Leben nahm. Eine echte Überraschung ist die Besetzung Zweigs durch den Kabarettisten und Komödien-Star Josef Hader. Auch er hat mittlerweile die Seite gewechselt und sein Regiedebüt abgedreht. Hader zeigt mit seinem sensiblen Spiel eine völlig neue Facette seines Könnens. In den Nebenrollen bestechen vor allem Barbara Sukowa als Zweigs Exfrau und Vertraute Friderike und Matthias Brandt als Exil-Kollege Ernst Feder. Besonders eindrucksvoll ist eine Szene, in der Zweig dem Neuankömmling Ernst die Vorzüge von Petrópolis anpreisen will. Er kann jedoch seine alles überschattende Verzweiflung nicht verbergen und die beiden Männer stehen schließlich schweigend nebeneinander auf dem Balkon und starren in den tropischen Urwald. Der Film wirkt nach und besticht durch seine ruhige Bildsprache. Die Kamera führte Wolfgang Thaler, der für seine Arbeiten mit Ulrich Seidl und Michael Glawogger bekannt ist. Elegant lösen Thaler und Schrader den Epilog auf, als der Suizid des Literaten und seiner Gefährtin entdeckt wird. Polizei, Ärzte und Dienstboten wuseln durch den Raum während die Kamera statisch auf eine verspiegelte Schranktür gerichtet ist. Durch eine kleine Bewegung der Tür wird kurz der Blick auf die Toten freigegeben. zim.

Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Bewertung:

Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
375 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,8 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
335 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,6 x 6,5m Dolby Digital 5.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
236 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,5 x 6,2m Dolby Digital 5.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 10,6 x 5,7m Dolby Digital 5.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
141 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,2 x 4,7m Dolby Digital 5.1

(m)K6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
833 (+ 6 Plätze für Rollstuhlfahrer) 20,6 x 8,6m Dolby Digital Atmos

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
220 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 13,0 x 5,5m Dolby Digital 5.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
241 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 13,2 x 5,5m Dolby Digital 5.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
443 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,3 x 6,15m Dolby Digital 7.1

Kino 10

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
372 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,8 x 6,6m Dolby Digital Atmos

Kino 11

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
334 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 15,6 x 6,6m Dolby Digital 5.1

Kino 12

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
230 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,9 x 5,0m Dolby Digital 5.1

Kino 13

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,5 x 4,8m Dolby Digital 5.1

Kino 14

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
142 (+ 2 Plätze für Rollstuhlfahrer) 11,1 x 4,7m Dolby Digital 5.1